Gasstation, frei nach einem Gemälde von Edward Hopper

Gas, 1940 by Edward Hopper

Phileas Forkhead hatte gerade die Lichter an der einsamen Tankstelle eingeschaltet. Die gleiche Zeremonie wie jeden Abend. Penibel polierte er noch die roten Zapfsäulen mit dem Pegasus-Pferd-Emblem, das anmutige Markenzeichen seines kleinen Unternehmens.

Phileas war ein sehr korrekter Mensch. Das musste so sein, wollte er doch seinen Kunden den kurzen Aufenthalt bei dem Zwischenstopp, auf dem langen Weg nach Philadelphia, so angenehm wie möglich machen. Die Sonne war gerade hinter dem dunklen Waldrand verschwunden und hatte einen heißen Sommertag verabschiedet. Das trockene Gras leuchtete feuerrot, bald würde die Nacht alles übernommen haben. Nur noch selten hielten Autos. Der neu gebaute Highway sog die Kundschaft ab. Phileas war aber überzeugt davon, dass sie wieder kommen würden. Qualität, Sauberkeit und Ordnung hatten sich seit jeher durchgesetzt. Er musste nur lange genug warten.

Gleich würde er zurück in das kleine, hell beleuchtete Häuschen gehen und seinen Tee für die Nacht aufbrühen - und warten. Wie lange er noch warten musste konnte ihm niemand sagen seit Martha von ihm ging. Den anderen sagte er, sie hätte ihn verlassen. Man glaubte ihm. Phileas musste es tun. Die Tankstelle warf einfach nicht mehr genug ab für zwei. Ihre Leiche hatte er hinter dem Häuschen vergraben, ganz nah bei ihm.